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Bitcoin Crash und seine Ursachen
Veröffentlicht am 15 Jun 2018

Dramatischer Bitcoin Crash – das waren mögliche Ursachen

Veröffentlicht am 15 Jun 2018
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Ein Bitcoin Crash von mehr als 10 Prozent erschütterte am vergangenen Wochenende den Kryptomarkt. Die konkrete Ursache ist noch nicht bekannt, vermutlich spielen mehrere Aspekte eine Rolle. Hauptgrund ist jedoch voraussichtlich eine Ankündigung der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Demnach hat die Behörde Untersuchungen zu vier großen Krypto-Börsen eingeleitet, die unter Verdacht stehen, den Bitcoin-Kurs manipuliert zu haben.

Bitcoin Crash bringt gesamten Kryptomarkt unter Druck

Alle Kurse der Top-100-Kryptowährungen sind in der Nacht vom 09. auf den 10. Juni drastisch gefallen. Die Gesamtmarktkapitalisierung ist laut der Kryptoplattform Coinmarketcap um etwa 20 Mrd. USD gesunken. Bitcoin (BTC) hat im weiteren Verlauf mehr als 10 Prozent seines Wertes eingebüßt und wird derzeit unter 7.000 US Dollar gehandelt. Der Bitcoin Crash wirkte sich auf den gesamten Kryptomarkt aus. So hat die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum (ETH) seine Tiefstände von Anfang Juni ebenfalls unterschritten und ist unter die Marke von 600 US Dollar gefallen. Nach einem weiteren Verlust von rund 6 Prozent, steht die Kryptowährung aktuell bei rund 500 US Dollar. Die Gesamtmarktkapitalisierung sämtlicher Kryptowährungen beträgt zum 14. Juni 2018 etwa 280 Mrd. US Dollar.

Bitcoin Crash nach CFTC Meldung

Bitcoin Kurs fällt nach CFTC Meldung um mehr als 10 Prozent.

Damit ist in den letzten 30 Tagen die Marktkapitalisierung um 120 Mrd. US Dollar gesunken, was einem Wertverlust von rund 26 Prozent entspricht. Unter den zehn größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung haben IOTA (MIOTA) und EOS laut Coinmarketcap die größten Verluste an diesem Wochenende hinnehmen müssen. MIOTA ist um 10 Prozent gesunken und steht bei 1,20 US Dollar. EOS, das zu Beginn dieses Monats ein signifikantes Wachstum verzeichnen konnte, fiel zeitgleich mit der Veröffentlichung seines EOSIO 1.0-Software-Stacks innerhalb von 24 Stunden um 8 Prozent. Es wird jetzt bei 9,80 US Dollar gehandelt.

CFTC Nachricht vermutlich Auslöser für Bitcoin Crash

Der starke Kursrückgang findet allen Anschein nach in Folge einer Nachricht statt, wonach die CFTC Handelsdaten von den Krypto-Börsen Bitstamp, Coinbase, itBit und Kraken angefordert hat. Gemessen am Handelsvolumen zählen diese vier Börsen zu den 50 größten Kryptomarktplätzen weltweit.

Nach dem Start des Bitcoin-Futures-Handels durch die CME Group im Dezember 2017, lieferten die vier von der CFTC vorgeladenen Börsen Kursdaten für die CME Group. Der Antrag der CFTC ist Teil einer Untersuchung, ob und in welchem Maße der Bitcoin-Kurs manipuliert wurde. Demnach besteht der Verdacht, dass die Börsen systematisch Falschinformationen verbreitet haben, um Gewinne zu erzielen. Bereits vor wenigen Wochen kamen erste Gerüchte auf, dass Bitcoin-Preis-Manipulationen im Fokus des US-Justizministeriums stünden.

Weitere Faktoren verstärken Tendenz

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete weiterhin, dass die südkoreanische Kryptobörse Coinrail gehackt wurde. Allerdings dürfte dieses Ereignis die Kursentwicklung auf den Märkten nicht wesentlich beeinflusst haben. Coinmarketcap-Daten zeigen, dass Coinrail lediglich ein Handelsvolumen von rund 2,5 Millionen Dollar aufweist. Jedoch könnte die Nachricht den Crash zusätzlich verstärkt haben. Sicherheitslücken dieser Art sorgen bei Anlegern für Verunsicherung und könnten Panikverkäufe gefördert haben.

Ethereum Kurs gibt ebenfalls nach

Ethereum fällt unter die Marke von 500 US Dollar.

Weiterhin nennt die renommierte Financial Times den Ausstieg großer Anleger als weiteren Grund für den Bitcoin Crash. Dabei berufen sie sich auf Daten der Plattform Chainanalyses. Demnach seien ungefähr 1.600 Bitcoinkonten im Besitz von je 1.000 Bitcoins oder mehr. Das entspräche einem Gesamtwert von 37,5 Mrd. US Dollar und mache rund ein Drittel der gesamten Bitcoinmenge aus. Mit ihren Verkäufen sollen sie den Marktpreis ebenfalls gedrückt haben. Anleger, die erst zu Boomzeiten 2017 in Bitcoin investiert sind, sitzen nun auf ihren Verlusten.

Hohe Volatilität, generelles Misstrauen und erste Regulierungsvorhaben, wie bei dem kommenden G20-Gipfel im Juli 2018, führen zu weiterer Unsicherheit und schrecken grundsätzlich neue Käufer ab. Diese aktuelle Grundstimmung ist nicht unbedingt für den Kurssturz verantwortlich, verstärkt jedoch den insgesamt negativen Trend.

Ausgangspunkt für den Bitcoin Crash waren aller Hinsicht nach die Nachricht der CFTC. Der Coinrailhack, Gewinnmitnahme großer Bitcoinbesitzer und ein allgemeines Misstrauen gegenüber Kryptowährungen befeuerten die negative Tendenz und führten in Summe zu einem erheblichen Bitcoin-Crash.

Bildquellen: © Coinmarketcap

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