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Kurse des Bitcoin und anderer Kryptowährungen steigen wieder
Veröffentlicht am 15 Feb 2018

Bitcoin & Co. feiern ein Comeback dank News aus China und Korea

Veröffentlicht am 15 Feb 2018
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Gute Neuigkeiten aus China und Korea beflügeln die Kurse an den Kryptomärkten. Der Bitcoin-Kurs schnuppert wieder an der Marke von 10.000 US-Dollar. Interessant ist aber vor allem die Kursentwicklung des Litecoin.

Steigende Kurse über die gesamte Bandbreite – Bitcoin wieder bei 10.000 Dollar

Was wäre eine Achterbahnfahrt, wenn es zwischendurch nicht auch wieder aufwärts ginge? Die Kryptomärkte, die letzte Woche mit starken Kurseinbrüchen zu kämpfen hatten, von denen sie sich bisher nur langsam erholten, schnellen wieder nach oben. Die mittleren Kurszuwächse im 24-Stunden-Vergleich liegen bei über 5 Prozent. Im Zuge dessen knabbert der Bitcoin auch wieder an der Marke von 10.000 Dollar. Verglichen mit den Werten aus dem Dezember und auch Anfang Januar erscheint das zwar geradezu wenig, im langfristigen Kursverlauf liegt die Kryptowährung aber immer noch sehr weit über der zu erwartenden Kurve mit einem Wertezuwachs von 900 Prozent im Jahresvergleich.

Wie in den letzten Wochen eigentlich immer zu beobachten war, bewegen sich alle Kryptowährungen wieder annähernd parallel, was darauf zurückzuführen ist, dass einerseits die Stimmung am Markt von Zukunftsängsten geprägt ist, die Kryptowährungen als Konzept – und damit alle – betreffen, und dass andererseits der Bitcoin als eine Art universelle Wechselwährung fungiert, weswegen sich dessen Kursverlauf mehr oder minder direkt in dem anderer virtueller Währungen widerspiegelt.

Gute Neuigkeiten aus Südkorea: Ein Verbot von Kryptowährungen ist offenbar vom Tisch

Der Grund für die starke Kurserholung dürfte vor allem eine gute Nachricht aus Südkorea sein: In einer offiziellen Antwort auf eine Petition, mit der sich fast 300.000 Bürger gegen eine Verbotspolitik gegenüber Kryptowährungen aussprachen, schlug die südkoreanische Regierung laut CCN einen unverhofft versöhnlichen Ton an. Anstatt sich auf ein Verbot des Handels mit Kryptowährungen zu versteifen, so den Angaben zu entnehmen, wolle die Regierung von Südkorea lieber einen sanfteren regulatorischen Ansatz verfolgen, der auf Transparenz beim Kryptohandel setzt. Gegenüber illegalen Aktivitäten sollen weiterhin harte Maßnahmen getroffen werden, ohne dabei aber die Innovationskraft der Blockchain-Technologie durch die Politik zu hart zu maßregeln.

Nach dieser Interpretation darf man davon ausgehen, dass ein komplettes Verbot von Kryptowährungen, wie es derzeit zum Beispiel in China von vielen Seiten aktiv vorangetrieben wird, in Korea nicht auf der Agenda steht. Bisher war in diesem Zusammenhang die Unsicherheit bei Anlegern sehr groß, was sich entsprechend negativ auf die immer noch sehr von Emotionen regierten Kurse auswirkte. Mit einem Anteil von 12 Prozent unter allen getätigten Bitcoin-Transfers weltweit (Ende Dezember) ist Südkorea einer der wichtigsten Märkte für Kryptowährungen überhaupt. Positive wie negative Entwicklungen hier drücken sich daher recht deutlich in der Kursentwicklung aus.

Auch China bietet Grund zum vorsichtigen Optimismus

Weit weniger euphorisierend ist eine andere Meldung aus China, auch wenn diese immerhin Grund zu vorsichtigem Optimismus bietet. Laut CCN, die sich auf eine offizielle chinesische Quelle beziehen, hat sich die National Internet Finance Association of China (NIFA) in einem Statement nach einer Konferenz zu Kryptowährungen und ICOs geäußert. Anders als andere chinesische Stellen wähle die NIFA deutlich weniger starke Worte und setze vor allem auf die Bildung der Bevölkerung, was die Gefahr von Investments in Kryptowährungen und ICOs angeht. Die Meldung, sollte sie stimmen, kann die großen Sorgen bezüglich des Umgangs chinesischer Behörden mit dem Thema selbstverständlich nicht nehmen, doch sie kann immerhin als kleinerer Hoffnungsschimmer interpretiert werden.

Der Aufsteiger der Woche: Litecoin – Führt LitePay zum Durchbruch?

Unter den vielen derzeitigen Krypto-Gewinnern sticht Litecoin mit besonders hohen Wachstumsraten hervor. Die virtuelle Währung steht vor allem aufgrund des nahenden Launches des Bezahlservice LitePay im Fokus. Der Service, der sowohl Zahlungen im Internet als auch offline mithilfe einer Debit-Karte ermöglichen soll, ist derzeit in aller Munde, da er ein Konzept umsetzt, mit dem Kryptowährungen zum ersten Mal in größerem Maßstab in das Alltagsempfinden von Verbrauchern eindringen könnten. An der Oberfläche funktioniert das Ganze eigenen Angaben nach nämlich genauso wie traditionelle Debit-Karten auch, nur dass hier statt einem Bankkonto eine Litecoin-Wallet angezapft wird. Der Erfolg oder Misserfolg des Projekts dürfte sich maßgeblich auf den Litecoin-Preis in der näheren Zukunft auswirken.

Eine andere Meldung rückt den Litecoin ebenfalls ins Rampenlicht, allerdings aus den absolut schlechtesten Gründen: Einer Studie von Recorded Future zufolge schickt sich der Litecoin nämlich an, das dominante Zahlungsmittel der Unterwelt nach dem Bitcoin zu werden. Nachdem Transaktionsgebühren und -wartezeiten beim Bitcoin in den letzten Wochen stark angestiegen waren, suchte die kriminelle Szene im Internet dem Bericht nach eine Alternative. Während wirkliche Einigkeit offenbar noch nicht vorherrscht, hat sich der Litecoin in einigen Kreisen, vor allem in Osteuropa, als zweite Wahl durchgesetzt. In Englisch-sprachigen Kreisen hat demgegenüber derzeit Monero den besseren Stand. Der Report verdeutlicht die Schattenseiten von Kryptowährungen, die vor allem im Darknet aufgrund ihrer inhärenten (Fast-)Anonymität häufig zur Zahlung von illegalen Aktivitäten genutzt werden.

Bildquelle: Shutterstock

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.