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Veröffentlicht am 29 Sep 2017

Banking-Startup Outbank ist insolvent

Veröffentlicht am 29 Sep 2017
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Outbank ist eine Banking-App der ersten Stunde und gehört zu den bekanntesten Deutschlands. Dennoch musste das Unternehmen nun Insolvenz anmelden, wie Outbank seinen Kunden am Montag in einem Schreiben mitteilt.

Käufer für Outbank wird gesucht

Outbank„Trotz stetiger Updates und erster Schritte in Richtung Monetarisierung mussten wir gestern schweren Herzens einen Insolvenzantrag stellen.“ erklärt Outbanks CEO Anja Schmidt in dem Schreiben vom 26. September 2017. Zunächst ergäben sich dadurch keine Einschränkungen für den Kunden teilt das Unternehmen mit. Man arbeite jetzt daran eine langfristige Zukunftslösung für Outbank zu finden, damit die App weiter genutzt werden kann. Dazu muss das 2005 in Dachau gegründete Unternehmen jedoch zunächst einen Käufer finden, sonst muss der Dienst langfristig eingestellt werden. Auf eine Anschlussfinanzierung konnte man sich mit den Altinvestoren laut t3n nicht einigen: „Es waren viele Parteien in den Prozess eingebunden. Es konnte kein gemeinsamer Weg nach vorne beschlossen werden“.

Scheitern vorprogrammiert?

Outbank ist zwar eine der beliebtesten Banking-Apps Deutschlands, zog jedoch durch die häufigen Änderungen des Geschäftsmodells auch immer wieder den Zorn vieler Kunden auf sich. Größter Kritikpunkt: Die Preisstrategie. Outbank setzte seit einiger Zeit auf ein kostenpflichtiges Abo-Modell, wenn man Konten von mehr als 10 Banken über Outbank verwalten möchte. Mit einem Preis von 64,99 pro Jahr ist das Angebot, besonders angesichts der vielen Mitbewerber, die diesen Service kostenfrei anbieten, nicht günstig und wurde dementsprechend nur von den wenigsten Kunden in Anspruch genommen. „Von den monatlich rund 100.000 aktiven Nutzern zahlen vielleicht weniger als ein Prozent für die App“ teilte die Outbank-Chefin Anja Schmidt in einem Interview mit der t3n im Juni mit.

OutbankDer Preis spielte dabei nicht die einzige Rolle, sondern auch, dass der durchschnittliche Outbank-Nutzer nur sieben Konten bei zwei bis drei Banken über die App verwaltet. Das kostenpflichtige Abonnement brauchte daher schlicht und einfach kaum einer. Leider besteht darin eigentlich die einzige Einnahmequelle des Fintechs. Schmidt erklärte das Geschäftsmodell im Interview für gescheitert und gab an bis Ende des Jahres ein neues Modell an den Nutzer zu bringen. Man wollte die Kritik, die es in den vergangenen Jahren für das häufig wechselnde Preismodell gab, in Zukunft vermeiden. Für Outbank stand daher außer Frage, dass die Grundfunktionalitäten der App kostenfrei bleiben sollten.

Obwohl zu den Gründen für die jetzige Situation keine Angaben gemacht wurde, wird es letztendlich auch daran gelegen haben, dass die Monetarisierung des Geschäftsmodells nie wirklich gelungen ist und dass ein Strategiewechsel nicht rechtzeitig stattfand. Erschwerend kam die geringe Anzahl an Downloads hinzu, obwohl sich der Markt im starken Wachstum befindet. Auch die Versuche mittels Kreditvermittlungen oder automatisierten Sparmöglichkeiten Geld zu verdienen scheiterte, ebenso wie Partnerverträge mit dem Versicherungsmanager Clark oder dem Verbraucherportal Verirre. Auch der Last-Minute-Rettungsversuch durch eine Kooperation mit dem Robo-Advisor Quirin konnte die Insolvenz anscheinend nicht mehr verhindern. Immerhin verspricht Outbank nun Transparenz und will seine Kunden rechtzeitig über die nächsten Schritte informieren.

Bildquelle: © Outbank

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Melina Uhlig
Über den Autor
Melina Uhlig ist Expertin für die aktuellen News aus der FinTech-Branche und der Start-Up-Szene. Sie arbeitet seit 2016 bei auxmoney.