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Ansätze zum senken der Ausgaben
Veröffentlicht am 03 Jun 2020

Ausgaben senken in der Krise – 8 Ansätze für Ihr Unternehmen

Veröffentlicht am 03 Jun 2020
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Um die eigene Liquidität zu schonen, reichen staatliche Förderprogramme oder weitere Kredite oft nicht aus. Für viele Unternehmen bedeutet dies, dass sie bei den Ausgaben den Gürtel enger schnallen müssen. Doch das ist oft leichter gesagt als getan – viele Ausgaben lassen sich nicht so schnell senken wie gewünscht. Und es gibt auch kein Pauschalrezept – die Ausgangslage ist je Branche und Unternehmen unterschiedlich.

Aus unseren Gesprächen der letzten Woche mit vielen Unternehmen haben wir folgende 8 Ideen zur Senkung der Ausgaben gesammelt:

  1. Kurzarbeitergeld: Die bekannteste Maßnahme ist wohl die Anmeldung von Kurzarbeit. Je nach Umfang der angemeldeten Kurzarbeit können Sie so kurzfristig bis zu 100% ihrer Personalkosten sparen. Und Ihre Mitarbeiter erhalten von der Agentur für Arbeit weiterhin 60% – bzw. bei Arbeitnehmern mit Kindern 67% – ihres Nettolohns, bei längerer Dauer der Kurzarbeit unter Umständen sogar noch mehr.
  2. Stundung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen: Auch ein Zahlungsaufschub schont in der aktuellen Lage die Liquidität. Wenden Sie sich an Ihr Finanzamt sowie die Krankenkassen Ihrer Mitarbeiter und besprechen Sie mit diesen mögliche Stundungen.
  3. Aufschiebung von Mietzahlungen: Prüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Vermieter, ob dieser teilweise auf Mietzahlungen verzichten oder diese zumindest stunden kann.
  4. Stundung von Kreditraten: Sprechen Sie mit Ihren Kredit- oder Leasinggebern, ob diese zeitweise mit einer – eventuell teilweisen – Aussetzung der Kredit- oder Leasingzahlungen einverstanden sind.
  5. Verhandlung längerer Zahlungsziele mit Lieferanten: Sprechen Sie mit Ihren Lieferanten und bitten Sie um eine Ausweitung der Zahlungsziele – zumindest vorübergehend. Auch Ihre Lieferanten benötigen Liquidität und das möglichst zeitnah – aber bevor sie ganz am Umsatz vorbeigehen, sind sie möglicher Weise zu temporären Zugeständnissen bereit.
  6. Reduzierung Vorräte: Versuchen Sie, in Absprache mit Ihren Lieferanten Bestellungen zu stornieren oder zu reduzieren, wenn erkennbar ist, dass Sie in den kommenden Monaten weniger Materialeinsatz als geplant haben werden. Fragen Sie Ihre Lieferanten, ob diese bereits gelieferte und bezahlte Ware wieder zurücknehmen und anderweitig vertreiben können. Falls das nicht funktioniert, prüfen Sie, ob Sie bestehende Material- oder Rohstoffvorräte auf dem Zweitmarkt mit Abschlägen verkaufen können.
  7. Einführung Konsignationslager: Sprechen Sie mit wichtigen Lieferanten darüber, ob dieser Ihnen Ware im Rahmen eines Konsignationslagers bereitstellen kann. Dann stellt der Lieferant zwar die Ware bereit – ggf. auch direkt in Ihrem Lager – , sie verbleibt aber bis zur Entnahme durch Sie in seinem Eigentum und muss somit dann auch erst bezahlt werden.
  8. Rotstift bei den Kosten: Gehen Sie Ihre Kostenpositionen durch und prüfen Sie, welche eine kurze Kündigungsfrist haben und bei denen ein Leistungsentfall vertretbar ist. Beispielsweise können Reinigungskosten gesenkt oder komplett eingespart werden, wenn die Firmenräume in der Krise weniger genutzt werden. Lassen sich Kfz-Kosten reduzieren durch vorzeitige Rückgabe von Leasingfahrzeugen, eine Nachverhandlung der Leasingkonditionen oder eine Reduzierung des Versicherungsschutzes. Lassen sich Leasingverträge für Maschinen auf einen Pay-per-Use-Vertrag umstellen – der in Krisenzeiten günstiger und dafür in Zeiten von Vollauslastung teurer wird?

 

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Dominic Böhmer
Über den Autor
Dominic Böhmer ist Leiter Firmenkunden bei auxmoney und Spezialist für Finanzierungslösungen im KMU-Umfeld.