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Der Krypto-Kurscheck: Ist die Blase geplatzt?
Veröffentlicht am 16 Jan 2018

Bericht: Arbeitet Alibaba an Cloud-Mining-App für Kryptowährungen?

Veröffentlicht am 16 Jan 2018
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In Zeiten, in denen das Schlagwort „Kryptowährungen“ die Finanzbranche in Atem hält, ist es kein Wunder, dass sich auch zunehmend mehr FinTechs mit dem Thema auseinandersetzen. Allerdings sollte man dabei nicht alles ernst nehmen, was man liest. Unbestätigten Berichten zufolge würde etwa der chinesische Megakonzern Alibaba an einer neuen App arbeiten, mit der Nutzer die Rechenpower der Unternehmensserver für das Mining von Kryptowährungen nutzen können. Diese Berichte haben sich jedoch als falsch erwiesen, da Alibaba nicht an einer solchen Plattform arbeitet, sondern stattdessen ein P2P CDN Sharing-Produkt in den Markt eingeführt hat, mit dem Nutzer ihre ungenutzten CDN-Ressourcen teilen können. Dafür werden die Nutzer mit Coupons entschädigt.

Plattform „P2P Nodes“ bereits registriert

Der Service mit dem Namen „P2P Nodes“ wurde dem Bericht nach bereits in Nanjing von Alibaba registriert. Die Bezeichnung „third-party“-Plattform erlaubt dabei den Rückschluss, dass die App per Cloud funktioniert und darüber das Bereitstellen von Rechenleistung ermöglicht. Die ursprüngliche Vermutung, dass Nutzer mit Unterstützung dieser zusätzlichen Kapazitäten wesentlich schneller und effizienter Kryptowährungen minen können, ist jedoch nicht korrekt. Stattdessen verläuft es umgekehrt: Nutzer können ihre eigene ungenutzte Rechenleistung bereitstellen und werden dafür mit Coupons vergütet. Inwieweit P2P Nodes mit dem großen Bezahlservice von Alibaba, AliPay, verknüpft werden soll, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Eine Mining-App von Alibaba wäre in vielerlei Hinsicht überraschend gewesen. Erst vor wenigen Wochen hatte CEO Jack Ma in einem Interview zugegeben, keine Ahnung von Bitcoin zu haben und sich lieber auf technologische Facetten wie die Blockchain zu fokussieren.

Der Krypto-Kurscheck: Ist die Blase geplatzt?

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Vorstoß entgegen neuer staatlicher Regulierungen

Auch hinsichtlich neuer Regulierungen in China wäre ein Krypto-Vorstoß Alibabas eine Überraschung gewesen. Nachdem die chinesische Regierung bereits lokale Handelsplattformen und ICOs für illegal erklärt hat, sollen neuen Meldungen zufolge bald auch weitere Plattformen, die den zentralisierten Handel mit Kryptowährungen erlauben, komplett verboten werden.

Auch das Mining von Bitcoins und anderen Tokens ist zuletzt stark in den Fokus staatlicher Behörden geraten. Tatsächlich waren in China aufgrund relativ niedriger Strompreise bisher traditionell viele Miner vertreten, allerdings sehen sich diese durch härtere Vorgaben ebenfalls unter Druck gesetzt. Eine Folge davon ist, dass sich mehr und mehr große Miner in andere Länder wie Kanada absetzen.

Bildquelle: shutterstock.com

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Gerrit Neumann
Über den Autor
Gerrit Neumann schreibt seit November 2017 für den Finanzpiloten und ist auf den Bereich Kryptowährung und Finanzen spezialisiert.